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Trotz Lohn Hunger?

Die westlichen Modeläden locken mit billigen Preisen für ihre Ware. Ein T-Shirt gibt es bereits ab zwei Euro. Hosen und Röcke können für fünf Euro erstanden werden – sehr zur Freude der Kunden. Doch während die Gesellschaft dem Konsum fröht und stolz ihren Liebsten die neuesten Klamotten präsentiert, schuften die Arbeiter der Textilindustrie in Bangladesch zum Hungerlohn. Rund sechstausend Taka, sprich dreiundsechzig Euro im Monat verdient ein Mitarbeiter.

Warum gibt es in der Textilindustrie so viele Hungerlöhne? Wirtschaftlichkeit vor Menschlichkeit in Bangladesch

von Carolin Stubenrauch

Die westlichen Modeläden locken mit billigen Preisen für ihre Ware. Ein T-Shirt gibt es bereits ab zwei Euro. Hosen und Röcke können für fünf Euro erstanden werden – sehr zur Freude der Kunden. Doch während die Gesellschaft dem Konsum fröht und stolz ihren Liebsten die neuesten Klamotten präsentiert, schuften die Arbeiter der Textilindustrie in Bangladesch zum Hungerlohn. Rund sechstausend Taka, sprich dreiundsechzig Euro im Monat verdient ein Mitarbeiter. Das reicht häufig nicht aus, um Essen, Miete, ärztliche Versorung und Schulbildung zu bezahlen. Um ihre Familie finanziell zu unterstützen, machen Näherinnen oft mehr als einhundert überstunden im Monat. Die Chance einen besser bezahlten Beruf zu erlernen, haben die Frauen häufig nicht. Das Geld der Familie reicht in diesen Fällen nicht aus, um einen Schulabschluss zu ermöglichen. Somit bleibt den Mädchen keine andere Möglichkeit als arbeiten zu gehen, um die Haushaltskassse der Familie aufzubessern.

Einige Modemarken haben sich dazu bereit erklärt, den Stundenlohn der asiatischen Arbeitskräfte anzuheben. Passiert ist das, laut der niederländischen Kampagne „Clean Clothes Compaign“ bis dato noch nicht. Dies begründen die Markenproduzenten damit, dass auch die Arbeiter in anderen Branchen des Landes nicht mehr Lohn bekommen.

Arbeitnehmervertretungen zu gründen und damit eine Lohnerhöhung auszuhandeln, ist nicht einfach in Bangladesch. Nur 149 von ca 5100 Betrieben haben eine Gewerkschaft. Das Problem liegt an den Fabriken. Viele Arbeitgeber stehen solchen Vereinigungen feindlich gegenüber und erschweren durch Einschüchterung, Diskriminierung und Entlassungen, das Entstehen von Gewerkschaften.

Letztendlich obliegt es den Konsumenten, die gegebene Situation in Asien zu ändern. Es hilft darauf zu achten, wo das Kleidungsstück produziert wurde, die Frage ob ein T-Shirt aus dem Secondhandladen nicht auch ausreicht und vor allem: Auf den unnötigen Kauf von Klamotten zu verzichten.


Quellen

http://www.zeit.de/gesellschaft/2017-02/bangladesch-dhaka-textilindustrie-billigloehne
https://www.bmz.de/de/themen/textilwirtschaft/hintergrund/index.html
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ein-jahr-nach-bangladesch-der-preis-des-t- shirts/9755626.html
https://www.inkota.de/fileadmin/user_upload/Themen_Kampagnen/Soziale_Verpflichtung_fuer_Unternehmen/afw/INKOTA-CCC_Hintergrundinfo_Existenzlohn_Bangladesch.pdf

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